Thierry Jonquet
Thierry Jonquet
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Le Secret du rabbin

Le Secret du rabbin (Das Geheimnis des Rabbis)
ISBN 2-84172-013-6, 1995, 240 S.

Sie sind zu viert: Moses, der New Yorker Gangster; Leon, der flotte Offizier der „guten französischen Gesellschaft“; David, einer der Besteller des Gelobten Lands und Rachel, die überzeugte Bolschewikin. Alle vier eingeladen, das Erbe ihres Onkels, eines armen, etwas exzentrischen Rabbiners, in einem kleinen polnischen Dorf anzutreten . Eine Einladung, die sie mit Verachtung strafen.
Sie haben aber nicht mit dem Schicksal, der Verkettung (un)glücklicher Umstände, dem Zufall oder der Schläue des Autors – je nachdem, wie man will – gerechnet. Also finden sich alle vier im Sommer 1920 in Polen wieder, wo der Krieg wütet. Am Ziel ihrer Abenteuer: ein mysteriöser „Schatz“. Und der ist nicht die einzige Überraschung, die uns erwartet.

Thierry Jonquet ist einer der großen französischen Autoren der Serie Noire. Mit Das Geheimnis des Rabbis hat er uns (nicht ohne Humor) eine köstliche Mischung aus Pikaroroman und Krimi vor historischem Hintergrund zusammengebraut.


 

La Vigie (Der Wachposten)
ISBN 2-84172-072-1, 1998, 192 S.

Kurzgeschichten schreibt Thierry Jonquet selten. Wenn, dann bieten sie ihm einen literarischen Freiraum, von dem er mit wildem Jubel Besitz ergreift. 
Dort ist Platz für barocke Motive, Vermischung der Genres, Fantasy, Science fiction, polemische Stilübungen, grausame und lustige Portraits, lustvolle Auflösungen, die den Leser aufrütteln.
Ein kleiner Vorgeschmack: die Bürokratie in ihrer ganzen Pracht, die zukünftigen Reiseveranstalter, die Konzentrationslager von Morgen, die Lucifer Paramount Fantastic Show, die ethnische Säuberung in den Buttes-Chaumont…

Wenn es uns bei der Vorstellung dieser schwarzen Fabeln kalt den Rücken hinunter läuft, liegt das nicht daran, dass der Autor cholerisch ist. Indigniert, aufgebracht, sarkastisch, das ja. Aber sich auch bewusst, dass die Dummheit, sobald sie Macht hat, Gräuel begeht und dass die, die vom Leben gebeutelt sind, dafür bezahlen.


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